Vier Punkte nach Systemumstellung

Herren I: 

Vor dem Heimspiel gegen Plattenhardt bangt der FVS um den Einsatz von Rene Färber. Weitere Spieler sind angeschlagen.

Ein Sieg, ein Unentschieden, vier Niederlagen: Zufrieden ist Sebastian Knäulein nicht mit dem Saisonauftakt. Allerdings nur i Hinblick auf die Punkteausbeute. "Es wäre insgesamt deutlich mehr dringewesen", sagt der Trainer des FVS. "Wir waren in jedem Spiel dran, oder es hat nur an Kleinigkeiten gefehlt", so der 39-Jährige. Mit dem Auftreten seines Teams und dem Kampfgeist, den es zeigt, sei er wohl zufrieden. Zuletzt gab es vier Punkte aus drei Spielen. Was wohl auch an einer Systemumstellung liegt. Vor dem Heimsieg gegen den TSV Bad Boll entschied sich das Trainergespann Knäulein/Rebhan für eine 3-5-2-Taktik, also mit einer Dreierabwehrkette. Kein Novum in Sontheim, allerdings scheint es nun Erfolg zu bringen. "Wir haben spielstarke Innenverteidiger und schnelle Außenspieler. Da macht das Sinn", erklärt Knäulein. Mit einem neuen System bleiben auch personelle Umstellungen nicht aus. So spielte Außenverteidiger Domenik Baier, der aus der A-Jugend kam, in den ersten drei Partien von Beginn an. Inzwischen muss der 19-Jährige aber Timo Gauß, der das 3-5-2-System bereits kennt, den Vortritt lassen. Baier sei jedoch dran, betont Knäulein. Beim jüngsten 2:2 gegen Neu-Ulm musste Knäulein auf einige Spieler verzichten, unter anderem auf Michael Kastler. Dafür rückte Rene Färber in die Innenverteidigung. Doch beim 27-Jährigen traten erneut Adduktorenprobleme auf. Nun müsse man abwarten, ob Färber im Heimspiel am Sonntag gegen den TSV Plattenhardt eingesetzt werden kann. Zudem gibt es mit Vincent Lanzinger (Innenbandriss im Knie), Dennis Böhm (Fußverletztung), Florian Grässle (Knieprobleme) und Daniel Bolcek (Adduktorenprobleme) weitere verletzte oder angeschlagene Spieler. Das Heimrecht wurde getauscht, weil beim TSV Plattenhardt die Plätze neu gemacht werden. Knäulein will den starken Aufsteiger keineswegs unterschätzen. Und möglichst den zweiten Sieg mit dem neuen System einfahren.

Rückblick auf den Spieltag (KW 38)

Herren I: In der englischen Woche hatte unser Landesliga-Team zwei Heimspiele. Zu Gast waren der TSV Neu-Ulm (2:2) und der TSVgg Plattenhardt (3:3). In beiden Spielen trennten sich unsere Jungs Unentschieden. 

FV Sontheim I - TSV Neu-Ulm 2:2 (2:1)

Sieben Minuten fehlten zum zweiten Sieg, das Unentschieden war aber alles in allem gerecht

Bis zur 87. Spielminute durften unsere Jungs auf den zweiten Sieg in der Landesligasaison 2020/2021 hoffen, doch dann gelang den Gästen vom TSV Neu-Ulm noch der Ausgleich. "Wenn man so spät den Ausgleich kassiert, ist das immer bitter, aber insgesamt können wir stolz auf unsere Leistung sein" sagt unser Coach Sebastian Knäulein. Die Begegnung begann ausgeglichen, nach 22 Minuten ließ sich der FVS aber auf dem Flügel überspielen und kassierte das 0:1. Doch die Mannschaft zeigte sich unbeeindruckt und kam in der 36. Minute zum Ausgleich. Nach einem Eckball von Daniel Gentner kam der Ball zu Ruben Ertle und schließlich brachte ihn Jakob Gläser über die Linie. Der FVS blieb am Drücker, verbuchte weitere Chancen und ging nur vier Minuten später in Führung. Diesmal war Jakob Gläser der Vorbereiter und Jorgo Kentitidis vollendete volley zum 2:1. Allerdings musste die Mannschaft das Ausscheiden von Rene Färber verkraften, der noch vor der Pause verletzt vom Feld ging. Nach dem Seitenwechsel drückte Neu-Ulm mit aller Macht auf den Ausgleich. Lange Zeit verteidigten die Sontheimer aufmerksam, kamen aber kaum noch zur Entlastung. So passierte es dann doch: Einen Schuss in der 83. Minute konnte unser Keeper Alois Reinelt noch abwehren, doch den Nachschuss verwandelte Neu-Ulm zum 2:2. "Wir waren vielleicht in der ersten Hälfte etwas stärker, die Gäste in der zweiten, so geht das Ergebnis in Ordnung", fasst Sebastian Knäulein zusammen. 

FV Sontheim I - TSVgg Plattenhardt 3:3 (2:2)

Hoher Aufwand wird nicht belohnt, unser Landesliga-Team muss sich gegen Plattenhardt mit einem 3:3 begnügen

In einem hochinteressanten Landesliga-Spiel musste sich der FVS trotz überzeugender Leistung mit einer Punkteteilung begnügen. Unsere Jungs spielten mit viel Elan nach vorne und versäumten es, schon frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. Sowohl Jakob Gläser, als auch Jorgo Kentiridis scheiterten nur knapp. Im Gegenzug konnte unser Schlussmann Alois Reinelt gegen den Stürmer der Gäste glänzend abwehren. Nach einer Viertelstunde war der Führungstreffer für unsere Jungs fällig. Nach einer Ecke servierte Daniel Gentner den Ball mustergültig für Joshua Leoff und gegen dessen Kopfball gab es keine Abwehrmöglichkeit. In der 19. Minute erkämpfte sich Jonathan Mack in der gegnerischen Hälfte den Ball und erhöhte mit einem Flachschuss auf 2:0. Nur zwei Minuten später gelang Plattenhardt mit einem direkt verwandelten Eckball der Anschlusstreffer zum 2:1. Wohl aus Abseitsposition konnte Plattenhardt in der 36. Minute den 2:2 Ausgleich erzielen. In der 50. Minute war es erneut Gentner, der Sontheims dritten Treffer vorbereitete. Nach einer Flanke von links war Jorgo Kentitidis zur Stelle. Doch auch die Gegner legten nach: Nach einem Steilpass konnte zunächst Rene Färber auf der Torlinie klären, doch im Nachschuss gelang den Gästen der Treffer zum 3:3. Nachdem Jorgo Kentiridis im Strafraum der Gäste in der 69. Minute von den Beinen geholt wurde, ließ der Schiedsrichter unerklärlicherweise weiterspielen. Gegen Ende konnte Alois Reinelt noch einen gefährlichen Schuss glänzend parieren und wieder Jakob Gläser und Jorgo Kentiridis scheiterten aus guter Position. 

Herren II: Türkspor Heidenheim - FV Sontheim II 7:2 (3:0)

Satz mit X, das war nix...

Nach einem traumhaften Start in die neue Saison mit 12 Punkten aus 4 Spielen musste sich unsere "Zweite" bei Türkspor Heidenheim mit 7:2 geschlagen geben. Bereits zur Halbzeit lagen unsere Jungs mit 3:0 zurück. Nur wenige Minuten nach dem Seitenwechsel erhöhten die Gastgeber auf 4:0. Nick Schenk verkürzte im direkten Gegenzug auf 4:1. In der 64. Minute erzielte Hans Dörner den Treffer zum 4:2, doch nur eine Minute später stellte Türkspor Heidenheim den 3 Tore Abstand wieder her und erhöhte auf 5:2. In den letzten 10 Minuten kassierten unsere Jungs weitere 2 Gegentore und mussten sich letztendlich mit 7:2 geschlagen geben. Türkspor Heidenheim ist somit neuer Tabellenführer der Kreisliga A3, unsere Jungs belegen derzeit nach 5 Spieltagen einen starken 3. Tabellenplatz. 

Herren res.: Unser Reserve-Team war an diesem Wochenende spielfrei.

Akt der Freude

Einige Spieler des FVS haben für ein Fotomotiv blank gezogen und präsentieren größtenteils ihren Hintern. Hier erzählen einige von ihnen, was hinter der Idee steckt und wie ihre Mütter und Freundinnen reagiert haben.

Es war März: Bei leichtem Nieselregen versammelten sich neun Fußballer des FVS auf dem Trainingsplatz. Na und? Passanten staunten jedoch nicht schlecht, hatten die Kicker doch nur Stutzen und Fußbllschuhe an. Wobei das stimmt nicht ganz: Einer war auch mit Torwarthandschuhen ausgestattet. "Die Leute haben schon komisch geguckt", sagt Daniel Gentner. "Ein Polizeiwagen ist auch mal vorbeigefahren. Ganz langsam", fügt Jorgo Kentiridis an. Dabei war der Nackedei-Spuk nach knapp einer Viertelstunde vorbei. Die Sontheimer stellten für ein Foto eine Jubelszene nach. Jorgo Kentiridis, eigentlich Mittelfeldmotor des Landesligateams, glänzt darauf als Torhüter-Darsteller, der am Ball hinterherschaut, den er gerade ins Tor durchlassen musste. Die anderen Fotomodels drehen ab zum Jubeln, auf dem Bild sieht man sie von hinten. Natürlich sei nicht der erste Schnappschuss gleich etwas geworden. Dennoch sei es voll witzig gewesen, erinnert sich Daniel Gentner. Und Rene Färber flachst: "Das haben wir professionell gut aufgezogen."

Studentenkalender als Vorbild

Als Fotograf machte sich Sven Seiler, der normalerweise in der zweiten Mannschaft des FVS spielt, einen Namen. Die Spiegelreflexkamera stellte Patrick Neumann zur Verfügung. Der 28-Jährige studiert Betriebswirtschaftslehre. Sportstudenten verkauften an seiner Universität einen (Nackt-)Kalender mit verschiedenen Motiven. Patrick Neumann brachte diese Anregung mit nach Sontheim zu seinem Verein. Und wie das so ist, reifte die Idee bei einem geselligen Abend. Schließlich wurde die Saison aufgrund der Coronavirus-Pandemie zunächst unterbrochen 8und später abgebrochen) und so sollte die spielfreie Zeit genutzt werden. Das Ziel lautete dabei: Einen eigenen Jahreskalender herauszubringen, erzählt Michael Kastler. "Acht Bilder haben wir bis jetzt, bis zu unserer Weihnachtsfeier wollen wir ihn vollmachen", so der 27-Jährige. Weitere Ideen gebe es natürlich. Mit dem Jubelbild haben die Sontheimer zudem bereits an der Fotochallenge des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) teilgenommen. Motto: "Endlich wieder Fußball." Kicker sollten also ihre Freude darüber ausdrücken, dass sie ihrem Hobby nachgehen können. Und irgendwie typisch: der FVS war dabei. "Wir haben oft eine Idee und kurz darauf gibt sich eine Situation, in der wir sie posten können", sagt Tim Urban aus eigener Erfahrung. Zwar haben sie keinen der vorderen Plätze belegt, dafür aber - werbewirksam - mal wieder auf sich aufmerksam gemacht. Letztlich reichte es für 211 Likes auf Facebook, die beiden anderen Teilnehmer aus dem Landkreis, die SG Heldenfingen/Heuchlingen und der FFV Heidenheim kamen auf 99 bzw. 78 Likes. Doch was sagen die Mütter zum blankziehen ihrer Söhne? "Oh Gott", Daniel Gentner über die knappe Reaktion seiner Mutter auf das veröffentlichte Bild. Dafür habe es seine Freundin locker aufgenommen. "Meine Mama findet sowas super und hat gleich gefragt, wann es den Kalender zu kaufen gibt", erzählt Stürmer Tim Urban. Und während Urban und Färber "aus dem Schneider" waren, weil sie nicht vergeben sind, kann Kentiridis berichten: "Meine Freundin war nicht so erfreut." Dabei sei das bereits veröffentlichte Nackedeibild das eine gewesen. Es soll aber ein zweites geben, wie die Jungs andeuten. Dafür muss man sich aber noch gedulden. Bis Weihnachten eben. "Und danach nehmen wir das nächste Projekt in Angriff", kündigt Gentner an.

Bericht: Heidenheimer Zeitung

Neuzugang Jakob Gläser

Herren I:

Matchwinner gegen den TSV Bad Boll: Wer ist Neuzugang Jakob Gläser?

"Der Neue kommt", machte am Sonntagam Sontheimer Sportplatz die Runde. "Wer?" "Der dunkelhaarige da." Es liefen die letzten zehn Minuten der Partie zwischen dem FV Sontheim und Bad Boll. Die Gastgeber, die mit drei Niederlagen in Folge in die Saison gestartet waren, rannten an, vergaben aber immer wieder gute Torchancen. Doch viele Zuschauer spürten: Hier wird noch etwas passieren. Jakob Gläser kam ins Spiel und orientierte sich mit der Trikotnummer elf gleich in die Strumspitze. Eine Nummer, die verpflichtet. (Zuvor trug Ruben Ertle die elf, übernahm aber die Neun von Chrsitoph Renner, der beim FVS verabschiedet wurde.) Dabei kam Jakob Gläser am Freitagabend zum ersten Mal ins Training. Sein Onkel und Kapitän beim FVS, Jonathan Mack, hatte ihn beim Trainer Sebastian Knäulein "empfohlen". Und dieser hat vollstes Vertrauen in seinem Spielführer und somit auch in den neuen Angreifer. Und was machte der neue Co-Trainer, Martin Rebhan? Der gab dem jungen Stürmer noch auf der Bank etwas mit auf den Weg: "Heute ist so ein Tag, an dem Geschichte geschrieben wird." Dabei sah es erst so aus, als ob Gläser den Ball in der entscheidenden Szene des Spiels am gegnerischen Strafraum zunächst verlieren würde. Doch er blockte den ersten Gegenspieler ab, schlug dann einen Haken und lief diesem davon. Der zweite Abwehrspieler kam zu spät und auch dem herauseilenden Torhüter ließ der Joker mit einem zwar nicht harten, aber platzierten Schuss keine Chance. "Es ist unfassbar. So hätte ich es nicht erwartet, aber das ist natürlich ein super Einstand", freute sich Jakob Gläser und beschreibt die Torszene so: "Ich war wie im Film drin. Ein, zwei waren frei, aber ich dachte, dass ich es einfach probiere." Kurios: Seine Mitspieler - außer seinen Onkel - habe er noch gar nicht so richtig gekannt. Die Hoffnung auf so einen Erfolg im ersten Einsatz sei natürlich da gewesen. Sie sei aber nicht ganz so groß gewesen, räumt der Schütze des goldenen Tores ein. Zuletzt hat der bekenndene Christ nach seinem Abitur ein freiwilliges soziales Jahr in Österreich geleistet. In der christlichen Freizeiteinrichtung Schloss Klaus in der Nähe von Linz hat er sich um junge Menschen gekümmert - und ein Jahr lang fast gar nicht mehr gekickt. Beim SV Denkendorf (Kreis Donau/ Isar, in der Nähe von Ingolstadt) in der Kreisklasse 1 sei seine Torausbeute "in Ordnung" gewesen. Da er nun aber in Augsburg Mathematik und evangeische Religion auf Lehramt (Gymnasium) studiert und noch vieles als Onlinevorlesung abläuft, wohnt er bei seiner Oma in Sontheim und versucht Anschluss zu finden. Kein Problem nach so einem Traumeinstand. Denn wer noch nicht wusste, wer Jakob Gläser ist, weiß es spätestens nach dem Tor.

Bericht: Heidenheimer Zeitung